Pulse: Ein erster Prototyp auf dem Weg zum Interface der Energie - Teil I

Die Idee: Ein innovativer Prototyp

Der Entwicklungsanspruch des Interfaces der Energie orientiert sich weniger an Produktvisionen. Das Interface der Energie ist vielmehr eine Denkart, eine Idee. Es ist das Mindset, mit dem wir als Team an die Herausforderungen des neuen, digitalisierten Energiemarktes herangehen.

Ziel ist es, unsere Expertise in menschzentriertem User Experience Design dafür einzusetzen, dass der Nutzer beim Interagieren mit dem Interface der Energie Freude hat. Wir wollen dem User ein vollständiges Verständnis von energiebezogenen Daten sowie eine nahtlose Interaktion bieten – ein Gedanke, der im digitalen Universum von Anwendungen und Services jeglicher Art längst nicht immer greift, unserer Meinung nach jedoch elementar für die Entwicklung intuitiver Software ist.

Auf Basis unserer Prototyping Workshop Ergebnisse, haben wir folgende Anforderungen an das Interface der Energie definiert: Wir wollen Inhalte gestalten, die Nutzern einen Mehrwert im Umgang mit ihrem persönlichen Energiehaushalt bieten. Fünf Punkte sind dabei für uns essenziell: Wir wollen Datenströme visualisieren und Menschen dabei helfen, ihren Energiehaushalt zu verstehen, bewusst zu erleben, mit ihm zu interagieren und davon zu profitieren.

 

Die App: Ein Kommunikationswerkzeug

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Pulse

Monatlicher Verbrauch

Ein erstes Prototyp-Konzept auf dem Weg zum Interface der Energie ist die mobile Anwendung Pulse, die wir auf dem enera Konsortialtreffen in Heidelberg vorgestellt haben. Die prototypische iOS App ist in Kooperation mit SAP entstanden. Entwickelt auf Basis unserer Workshopergebnisse und zugeschnitten auf die Endkunden der enera Modellregion, dient die App als Datenkommunikationswerkzeug. Sie soll Bürgerinnen und Bürger ermutigen, sich mit der Flexibilisierung des Energiesystems auseinanderzusetzen. Dank der App sollen sie ein Bewusstsein für ihre eigene "Netzdienlichkeit" und ihre Datenhoheit entwickeln.

Wie das funktioniert? In dem wir die Datenströme im Haus mittels App bündeln, visualisieren und so für den Nutzer sichtbar machen. Mit dem klaren Ziel, den Stromverbrauch für die Verbraucher transparenter zu gestalten, so dass sie selbstbestimmt handeln können.

Die Kooperation: Daten visualisieren und Rechenleistung teilen

Eine der Grundideen von Pulse: Die beteiligten Haushalte werden entlohnt, wenn sie Strom außerhalb der Spitzenlasten nutzen. Um dies erreichen zu können, benötigt man einen Abrechnungsdienst, der sogenannte (Micro-)Transaktionsleistungen berechnet. Für diesen Anwendungsfall ist unser Kooperationspartner SAP Hybris Labs verantwortlich.

Der Softwareriese hat einen Dienst entwickelt, der den Stromverbrauch im Haushalt sekundengenau abrechnen kann – ein echter Mehrwert im Vergleich zu herkömmlichen Apps von Energieversorgern, die bisher keine Live-Daten des Energiehaushalts visualisieren können. 

Darüberhinaus vermag der Dienst jedoch noch mehr: So können Nutzer beispielsweise überschüssige Rechenleistung von persönlichen Geräten, wie etwa Notebook, Tablet oder Spielekonsole, mithilfe der App erkennen und bestimmten Institutionen zukommen lassen. Eine Idee, die Sinn macht! Insbesondere dann, wenn sie während Tageszeiten genutzt wird, in denen die Netzauslastung gering ist – also z.B. nachts. Die bereitgestellte Rechenleistung kann beispielsweise Forschungseinrichtungen dabei unterstützen, mittels maschinellen Lernens Algorithmen zu erstellen, die wiederum dabei helfen, eine innovative Stromverteilung zu fördern. Nicht nur der Endkunde profitiert davon, sondern auch die Energieversorger. Wie genau dieser Prozess aussehen kann, beschreiben die Kollegen von enera in ihrem Blogbeitrag SAP Hybris Labs – Maschinelles Lernen im Kontext von enera.

 

Die Basis: Ein Mega-Meter 

Grundvoraussetzung für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit der Energiehaushalte ist die Stabilität der Netze. Mit Unterstützung von Smart-Metering, darauf aufbauenden flexiblen Stromtarifen sowie Smart-Home-Anwendungen, sollen Verbrauchs- und Erzeugungsstruktur aneinander angepasst werden. Der Verbraucher hat in diesem Modell jedoch selten einen transparenten Einfluss auf das System. Die Grundidee von Pulse ist, dies zu ändern.

Die technische Grundlage unserer Pulse App bildet daher der vom EWE Techlab im Rahmen des enera Forschungsprojektes entwickelte schlaue Mega-Meter. Sein Vorteil: Im Vergleich zu herkömmlichen Smart-Metern erlaubt er es, Daten von intelligenten Messsystemen abgreifen zu können. Die Stromdaten aus dem Mega-Meter werden in Pulse live in einer interaktiven Kurve abgebildet. So werden dem Nutzer entsprechende Daten in der App angezeigt und passende Interaktionsmöglichkeiten – so genannte Events – angeboten, um selbst zeitnah reagieren zu können.

Im zweiten Teil der Blog-Serie stellen wir euch das Design der App vor. Mehr dazu in Kürze!

 

„Der Name Pulse spiegelt sich in der App wider, stellt sie doch den Puls des Hauses dar, ganz einfach und leicht verständlich.“

– Jens Läkamp, CEO